Tanz den Jesus!

Veröffentlicht: 28. Dezember 2012 in Aktualisierungen, Alltag

– Der folgende Kommentar enthält Inhalte, die auf strenggläubige Christen verstörend wirken könnten! –

Man sieht bei YouTube ja häufiger Leute, die sich vor Millionen von Menschen zu Vollidioten machen, Paradebeispiel dafür sind Angie, der ultimative Tokio Hotel-Fan und eine „Sängerin„, die versucht Whitney Houstons Hit „I Will Always Love You“ zu singen, dabei aber nach einigen unsäglichen Versuchen die Beherrschung verliert und sich, nun ja, etwas … aufregt. In diese Aufzählung reiht sich seit einiger Zeit auch ein, ich will mal sagen, eigenwilliger Tanz ein, der auf Bibel TV ausgestrahlt wurde.

Ich weiß ja nicht, was Christen dazu sagen, ich bin ja (nach diesem Video kann ich auch noch „zum Glück“ hinzufügen) keiner. Ich finde es einfach nur lustig, wie man sich so zum Trottel machen kann. Ausgezeichnet wird dieses Lied durch einen gut einprägsamen und klugen Text*, der nach Belieben variiert und um sinnfreie Ausrufe wie „Noch einmal!“ erweitert werden kann. Die Melodie erinnert an einen schlechten Sommerhit, billig, einfach, langweilig. „Performt“ wird der Jesus Tanz in irgendeiner nicht erwähnenswerten – OK, ich kenn‘ nur den Namen nicht – Kindersendung des Fernsehsenders Bibel TV, dessen Motto laut Wikipedia „Ich glaube. Ich sehe.“ ist, hier würde ich eher „Ich glaube, ich sehe mir das niemals an!“ sagen, aber egal, soll ja jeder selbst wissen. Der Sänger ist ein nicht wirklich talentierter – also gut, seien wir ehrlich und sagen talentfreier – Mann um die dreißig, der von zwei Tänzerinnen, die gleichzeitig als Backgroundsängerinnen fungieren, unterstützt wird. Auch der Sänger gibt beim Tanzen alles – was nicht wirklich viel ist, jedenfalls schnauft er am Ende ordentlich durch und scheint Popstar bei „Wetten dass…“ zu spielen (Zitate: „Uh!“, „Genau!“ und „Wow!“), der sich ordentlich feiern lässt. Das Tanzen definiert sich hier übrigens durch sinnfreies Rumgehopse und zeitweises zum Himmel zeigen und schauen. Zu Gast im Studio bei einer miserablen Moderatorin, die während des Liedes munter ihre Lippen bewegt, sind auch ein älterer Herr und ein Junge, die das Lied mit Klatschen und Schnippen begleiten. Nach der Performance fragt die Moderatorin den Jungen, ob es bei ihm in der Gemeinde auch solche, Zitat, „tolle“ Musik gibt. Dieser antwortet, dass das eben gehörte schon was Besonderes sei, besonders schlecht, wäre hier angebracht gewesen, vielleicht meinte er das auch, was ich aber leider bezweifle.

Stellt sich noch die Frage, wieso man solch ein Lied macht.

Ist es eine Parodie? – Nein, sonst würde man es nicht auf Bibel TV bringen.

Ist der Sänger ein aufgehender Stern am Pop-Himmel? – Ganz sicher nicht.

Braucht er einfach Aufmerksamkeit? – Könnte sein, aber da gibt’s sinnvollere Methoden.

Will er uns eine Botschaft übermitteln? – Ich kann dem Text keine entnehmen! Unmöglich!

Am Ende lässt uns Bibel TV aber nicht dumm sterben. Er will uns eine Botschaft übermitteln. Das Unmögliche wird wahr! Unglaublich, das ist ja wie in einem Film, wo der eigentlich Gute als brutaler Massenmörder entlarvt wird. Ein Novum, ein Sakrileg, um in der Kirchensprache zu bleiben! Und diese Botschaft ist doch ganz logisch, man siehe sich den Text an: es heißt Jesus willkommen. War doch klar, hab ich von Anfang an gewusst, ehrlich! Vom Sänger erfahren wir auch noch, wann er das Lied performt: „Ja, das machen wir immer“ (NEIN!), dann blendet das Video aus.

Hierzu noch ein kleiner Tipp: lasst mal „Gangnam Style“ laufen, stellt unseren tollen Sänger mal stumm – ich weiß, es fällt schwer, aber trotzdem – und seht euch an, wie er mit seinen Freundinnen zu Psy’s Hit tanzt, unvergesslich. Andersrum ist auch nicht unwitzig.

* Textauszug:

Du wunderbare Kraft, du, der Herr, der neues Leben schafft, zeig uns deine Größe, Herr, ja wir lieben dich so sehr.

Jesus, oh oh e oh,
Jesus, oh oh e oh,
Jesus, du bist wunderbar – oh yeah!

Oh la la la la la la,
Oh la la la la la la,
Oh la la la la la la,
Gott, du bist so gut!

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