Green Day – ¡Uno!

Veröffentlicht: 27. Januar 2013 in Aktualisierungen, Musik

Mit ihrem Durchbruchalbum „Dookie“ schafften Green Day fast Unglaubliches, sie belebten den totgeglaubten Punkrock neu und hängten mal schnell ein „Pop-“ vorne dran. Mit ihrem Gute-Laune-Punk eroberten sie schnell die Herzen von Millionen. 2004 dann der Schritt in Richtung politischer Aktivität, mit „American Idiot“ legten die Kalifornier ein Konzeptalbum vor, das genau den „Post-9/11“-Zeitgeist traf und harsche Kritik an der Politik des damaligen, frisch wiedergewählten Präsidenten George W. Bush übte. Ähnlich dann das 2009er-Album „21st Century Breakdown“, in dem ganz besonders die organisierten Religionen kritisiert werden. Nach den beiden grandiosen, erfolgreichen und vielfach ausgezeichneten Rockopern („American Idiot“ schaffte es sogar bis an den Broadway) war es Zeit wieder etwas lockereres und leichter verdauliches zu veröffentlichen, also kehren Green Day mit „¡Uno!“ zurück zu ihren Pop-Punk-Wurzeln. Doch gelingt dieser Schritt „Back to the Roots“ oder ist „¡Uno!“ ein Reinfall sondergleichen?

Die Medienkritiken fielen ja eher gemischt aus, laut.de vergab nur zwei von fünf Sternen, während der Rolling Stone vier von fünf Sternen vergab. Ich sag es gleich im Voraus, das Album rockt, egal, ob es etwas kommerzieller geraten ist, oder nicht. Die Albumnachfolger „¡Dos!“ und „¡Tré!“, beide auch schon erschienen, sind grandios, soviel ist sicher, ob „¡Uno!“ das auch ist, kläre ich jetzt.

„Nuclear Family“, das erste Lied, rockt ungemein, hat einen tollen Gitarrenklang und überzeugt durch seinen schmutzigen, aber eingängigen Sound. Es folgt mit „Stay The Night“ ein weiterer schöner Pop-Punk-Song, dem mir „Carpe Diem“ einer der Top-Green-Day-Tacks der letzten Jahre. Nach den ersten Lieder ist man erstmal geflasht von der Lockerheit der Jungs und ein breites Lächeln wandert auf seinem Gesicht Richtung Ohren, das bei „Let Yourself Go“ noch breiter wird, dieser Titel zeigt, wodurch Green Day erfolgreich wurden und würde auch perfekt auf „Nimrod“ passen. Danach folgt die zweite Singleauskopplung „Kill The DJ“, die einen schönen funkigen Sound und geile Lyrics hat, die aber für die Radio-Version natürlich zensiert wurden, wieso auch immer. „Fell For You“ hat einen witzigen Text und macht einfach Spaß, da ist das Thema egal, das in so vielen Pop-Songs breitgelatscht wurde. Der nächste Track „Loss Of Control“ ist genial-rotzig, cool Riffs fügen sich toll ins Gesamtbild der Rocknummer ein. Mit „Troublemaker“ zeigen sie Power-Pop erster Klasse und bescheren uns einen echten Ohrwurm. Folgt nun „Angel Blue“, das ebenso wie „Let Yourself Go“ auch auf „Nimrod“ passen würde und, kurz und gut, perfekt ist. Nach schnelleren Titeln haben wir jetzt mit dem wunderschönen „Sweet 16“ Zeit zum Durchschnaufen und – Vorsicht! – träumen, denn irgendwie animiert es dazu. „Rusty James“ hat einen tollen Refrain und hat wieder den Ohrwurm-Charakter. Das letzte – was schon? what the f***? – Lied „oh Love“, zugleich die erste Singleauskopplung, ist ein typischer Power-Pop-Song, der wirklich geil ist und trotz 5:09 Minuten Länge nicht langweilig wird.

„¡Uno!“ ist grandios, soviel dazu. Es steht in einer Reihe mit den Alben bis zu „Warning“, cooler und rotzig-lockerer Pop-Punk mit Ohrwurm-Faktor. Man kann den Jungs zu ihrer Albumtrilogie, die ja mit dem Dokumentar-Film „¡Quatro!“ einen filmischen Abschluss findet, nur gratulieren. Ihre drei Alben zeigen Green Days Stärke, auch locker-leichte und trotzdem punkige Musik zu machen.

Das Album verdient, wie die beiden Nachfolger auch, eine 1!

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