Fools and Worthless Liars – zu Deaf Havana und ihrem zweiten Studioalbum

Veröffentlicht: 11. Juli 2013 in Aktualisierungen, Musik
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„Fools and Worthless Liars“ der Band Deaf Havana zeichnet sich durch einen schön unspektakulären, bodenständigen Sound aus – man kann dazu schon fast Working-Class-Rock sagen. Zwischen melancholischen Balladen und krachenden Rocksongs ist auf der Platte alles vertreten.

Das Album beginnt mit dem akustischen Opener „The Past Six Years“, der sofort Lust auf mehr macht und eines meiner Lieblingsstücke auf der Platte ist. Das folgende „Youth In Retrospect“ ist ein melancholischer Rückblick auf alte Zeiten, der ordentlich rockt und ins Ohr geht. „I Will Try“ besticht durch einen brillanten Refrain und mit „Little White Lies“ schwenkt man in Pop-Punk-Gefilde ab, was einfach nur grandios ist. Der folgende Titel „Anemophobia“ behandelt das Thema Angst und wurde von Frontmann James Veck-Gilodi während einer für ihn psychisch schweren Zeit geschrieben, die Verzweiflung kann man in seiner Stimme regelrecht hören. „I’m A Bore, Mostly…“ handelt von täglicher Routine, das Lied setzt sich gleich im Kopf fest und ist einfach nur schön, genau wie das nächste Highlight „Hunstanton Pier“ ist ein schöner Titel für Veck-Gilodis und Lee Wilsons Schulort Hunstanton, der auch im Zuhörer eine gewisse Sehnsucht erzeugt. Mit „Filthy Rotten Scoundrel“ folgt ein Punk-Song erster Klasse, in dem der Frontmann von seinen Gefühlen erzählt. Das tolle „Things Change, Friends Leave and Life Doesn’t Stop for Anybody“ ist Ex-Bandmitglied Mellor gewidmet, der mit Veck-Gilodi schon lage befreundet ist und von eben jenem sehr vermisst wird. „Leeches“ erzählt, und das überrascht vom pop-punkigem Sound her schon etwas, von jemandem, der James Veck-Gilodi vor einiger Zeut sehr glücklich gemacht hat, dem aber schreckliches passiert ist. „The World Or Nothing“ kritisiert, wie wir unsere eigenen Körper mittels Alkohol selbst zerstören, da wir hoffen, unsere Sorgen einfach wegtrinken zu können. „Nelson’s County“ ist eine rockige Hymne über Norfolk und seine Menschen. Mit dem ruhigen und melancholoschen „Fifty Four“ endet diese kurzweilige CD.

Deaf Havana schaffen es mit dieser Platte, dem Hörer eine abwechslungsreiche und einfach nur schöne Zeit zu verschaffen. Man kann sich das Album nicht überhören, es ist einfach nur perfekt. Eine absolute Empfehlung an alle, die neben dem Radiogedudel auch anspruchsvollen und starken Rock mögen, der mit Einflüssen aus Pop-Punk, Balladen, Power-Pop, Post-Hardcore und Alternative Rock locker flockig daherkommt und die Jungs einfach nur sympathisch und bodenständig musizieren lässt.

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Dass Großbritannien eine sehr interessante und attraktive Alternative-Rock-Szene hat, ist nicht erst seit gestern bekannt. Deaf Havana gehört in eben jene Szene und beweisen mit „Fools and Worthless Liars“, dass sie mehr als nur eine Eintagsfliege sind. Nach dem großartigen Debüt „Meet Me Halfway, At Least“ folgte also Ende 2011 in England die nächste Platte, die Anfang 2012 dann auch in Deutschland erschien. Ohne Ryan Mellor fallen jedoch die Scream-Parts, die auf dem Debüt noch vorhanden waren, weg. Sowieso sind Deaf Havana eine sehr sympathische und talentierte Band. Mit ihrer Rockmusik erspielten sie sich die Herzen der Menschen im Sturm und gehören mittlerweile zu den besten englischen Rockbands des 21. Jahrhunderts.
Im Juli 2013 spielen sie in Berlin auf dem Flughafen eines ihrer Lieder und man sieht, was für einen Spaß die Jungs haben. Darüberhinaus sind sie St. Pauli-Sympathisanten, was sie gleich noch sympathischer macht.
Aber mal ohne Witz, die Jungs haben riesen Potential und könnten es schaffen, mit ihrer Musik auch international den absoluten Durchbruch zu feiern!

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