Mit ‘album’ getaggte Beiträge

Sum 41 sind ein Garant für starke Alben, das sie auf ihrer aktuellsten Platte erneut unter Beweis stellen. „Screaming Bloody Murder“ ist besser als nur stark – man kann sogar so weit gehen und sagen, dass Sum 41 hier ihr bis jetzt bestes Album veröffentlicht haben.
Nachdem die Kritiken, vor allem aber Fan-Kritiken, für „Underclass Hero“ ja etwas enttäuscht waren (ich war das übrigens nicht), da die Jungs „etwas zu sehr in Pop-Punk-Gefilde abdrifteten“, sollten hiermit wieder alle Gemüter beruhigt werden.

Zur Einzelkritik der Lieder:

1. Reason To Believe:
Ein starker Opener, der mit starken Drums und düsterem Gitarrenspiel eingeleitet wird. Der Gesang ist fast hymnenartig. Dazu die Drums – Wahnsinn. Das Ende ist dann sehr ruhig und erinnert fast schon an eine Ballade, das beim ersten Hören sehr ungewohnt sein kann. Insgesamt ein schöner Titel.
4,5/5

2. Screaming Bloody Murder:
Die Nummer fängt ruhig an, bevor man ein tolles Gitarrensolo zu hören bekommt, das den härteren Teil des Liedes einleitet. Teilweise kreischen die Gitarren, dann kommen sie wieder düsterer daher. Überhaupt ist der Titel-Track ein starker Gitarren-Song. Am Ende wird der Hörer wieder ruhig hinausbegleitet.
5/5

3. Scumf*k:
Ein toller, ruhiger Beginn, bevor die Gitarren richtig aufkeimen und explosiv lauter werden. Im härteren Teil erinnert mich der Gesang etwas an My Chemical Romance. „Scumf*k“ macht richtig Laune. Der Schluss ist, wie schon bekannt, wieder sehr ruhig.
5/5

4. Time For You To Go:
Es wurde ja schon geschrieben, dass der Titel anfangs sehr an Green Day erinnert. Das unterschreibe ich auf jeden Fall, wobei das Piano im Refrain auch etwas von Elton John hat. Ich liebe diesen sehr melodischen Song und das „It’s time for you to go“ singt man beim zweiten Refrain sofort mit. „Time For You To Go“ klingt wie frisch aus der Garage, ist ein toller Sommer-Rock-Song und einer meiner Lieblings-Titel auf SBM. Ab ins Auto, Fenster auf, Sonnenbrille auf, Radio aufdrehen und singen!
5/5

5. Jessica Kill:
Hier wird gleich volles Tempo gegangen, mit harten und schnellen Gitarren, treiben Drums und einigen Screams, die einfach nur saugeil sind! Der Refrain ist einfach der Hammer und auch sonst einer meiner Lieblinge auf dem Album. Hier hat man eine Nummer, die aus der Metal-Richtung kommt und einen wunderbar frechen, okay harten, Text hat.
5/5

6. What Am I To Say:
Eine sehr schöne Ballade, die mit Akustikgitarre beginnt und dann vom Punk-Orchester (der Band) gefühlvoll begleitet wird. Der Gesang, die fast schon gestreichelten Instrumente und der Charakter des Liedes überhaupt … Gänsehaut und ein weiter Titel, der sich in mein Herz geschlichen hat.
5/5

Kommen wir jetzt zum genialen dreiteiligen Titel „A Dark Road Out of Hell“. Mit elfeinhalb Minuten hat der schon riesige Ausmaße und ist daher in drei Einzelparts, die alle zusammenhängen, unterteilt.

7. Holy Image Of Lies:
Der Beginn erinnert mich wieder an MCR-Lieder, aber eben mit dem typischen Sum 41-Feeling. Dann wird das Lied nach etwas mehr als einer Minute plötzlich ruhig, nur um dann wieder mit tollen Gitarren richtig zu rocken. Die Gitarren nach dem ruhigen Part sind so ziemlich das Beste, was man in der modernen Rockmusik zu hören bekommen kann.
5/5

8. Sick of Everyone:
Da hat man nach dem fließenden Übergang wieder sehr starke Metal-Einflüsse und stellt sich auf eine harte Nummer ein, dann wird es fast schon witzig, aber auf jeden Fall langsamer und leiser. Aber nur, bis Deryck „ausrastet“ und die Nummer laut und wütend daherkommt. Punkrock wie er sein soll!
5/5

9. Happiness Machine:
Wieder ein fließender Übergang mit aggressivem Anfang, dann scheint fast Resignation um sich zu greifen. Die Übergänge im Lied kommen sehr cool daher, zwischen harten Strophen und ruhigem Refrain gibt es einige kleine und sehr geile stilistisch verschiedene Parts und das Ende ist einfach nur toll.
5/5

Am Ende von „A Dark Road Out of Hell“ bleibt man sprachlos vor dem Radio sitzen und staunt über die musikalische Ausgereiftheit hinter diesem kleinen Gesamtwerk im eigentlichen Gesamtwerk. Geniale Sache!

10. Crash:
Die nächste Ballade. Eine Nummer, die sehr ruhig ist und einen extrem traurigen Text aus der Sicht eines im Sterben Liegenden hat, der sich mit dem emotionalen Gesang zu 100% deckt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ein genialer Gänsehaut-Song. Ganz große Nummer und für mich ein absoluter Über-Titel. Wirklich einer meiner Sum 41-Lieblingstitel, auch wenn ich sonst eher auf die schnellen, rockigen Nummern stehe (okay, „Pieces“ und „With You“ haben mich auch sofort gehabt)! Wenn man sich so richtig scheiße fühlt, diesen Titel mit „What Am I To Say“, „Pieces“ und „With You“ in einer Playlist anstellen und gut ist! Selten eine bessere Rock-Ballade gehört!
6/5 (ich kann nicht anders als hier noch einen Zusatzpunkt draufzupacken)

11. Blood In My Eyes:
Rocken wir nach etwas Traurigkeit wieder, auch wenn uns der Anfang etwas anderes vermuten lässt. Die Gitarren sind wieder ganz stark und etwas düster. Die Sums scheinen es auf SBM zu lieben, an ruhige Anfänge einen echten Kracher zu hängen oder überhaupt viele Tempo- und Lautstärkewechsel einzubeziehen.
5/5

12. Baby You Don’t Wanna Know:
Klingt wieder etwas nach Green Day und macht einfach Laune. Der zweite rotzige Garage-Rock-Titel nach „Time For You To Go“. Wieder hat man den perfekten Sommer-Rock-Song für alle Fahrzeuge von Fahrrad bis LKW. Große Klasse und einfach cool!
5/5

13. Back Where I Belong:
Eine geile hymnenartige Punk-Nummer, die Durchhalte-Parolen birgt und ein klasse Titel für das so langsam, ähm leider schnell, endende Album ist. Mit harten Gitarren und einer ganz kurzen Verschnaufpause in der Mitte des Titels passt er perfekt zum Album. Und das Ende kann man ruhig als genial bezeichnen.
5/5

14. Exit Song:
Das Ende eines starken Albums! Nochmal sehr ruhig und ein gelungener Abschluss! Eben ein Outro, nichts besonders geniales, aber trotzdem irgendwie passend und schön.
4/5

Fazit: Mit „Screaming Bloody Murder“ gehen Sum 41 wieder etwas härtere Wege als auf dem Vorgänger und bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Punk, Metal, Garage-Rock und Pop-Punk oder auch zwischen Green Day, My Chemical Romace, Metallica und Billy Talent.
Abschließend kann man nur sagen, dass am Ende ein Album mit einigen stilistischen Kniffen steht, das einfach geil und für mich das beste Album der Kanadier ist.

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„Fools and Worthless Liars“ der Band Deaf Havana zeichnet sich durch einen schön unspektakulären, bodenständigen Sound aus – man kann dazu schon fast Working-Class-Rock sagen. Zwischen melancholischen Balladen und krachenden Rocksongs ist auf der Platte alles vertreten.

Das Album beginnt mit dem akustischen Opener „The Past Six Years“, der sofort Lust auf mehr macht und eines meiner Lieblingsstücke auf der Platte ist. Das folgende „Youth In Retrospect“ ist ein melancholischer Rückblick auf alte Zeiten, der ordentlich rockt und ins Ohr geht. „I Will Try“ besticht durch einen brillanten Refrain und mit „Little White Lies“ schwenkt man in Pop-Punk-Gefilde ab, was einfach nur grandios ist. Der folgende Titel „Anemophobia“ behandelt das Thema Angst und wurde von Frontmann James Veck-Gilodi während einer für ihn psychisch schweren Zeit geschrieben, die Verzweiflung kann man in seiner Stimme regelrecht hören. „I’m A Bore, Mostly…“ handelt von täglicher Routine, das Lied setzt sich gleich im Kopf fest und ist einfach nur schön, genau wie das nächste Highlight „Hunstanton Pier“ ist ein schöner Titel für Veck-Gilodis und Lee Wilsons Schulort Hunstanton, der auch im Zuhörer eine gewisse Sehnsucht erzeugt. Mit „Filthy Rotten Scoundrel“ folgt ein Punk-Song erster Klasse, in dem der Frontmann von seinen Gefühlen erzählt. Das tolle „Things Change, Friends Leave and Life Doesn’t Stop for Anybody“ ist Ex-Bandmitglied Mellor gewidmet, der mit Veck-Gilodi schon lage befreundet ist und von eben jenem sehr vermisst wird. „Leeches“ erzählt, und das überrascht vom pop-punkigem Sound her schon etwas, von jemandem, der James Veck-Gilodi vor einiger Zeut sehr glücklich gemacht hat, dem aber schreckliches passiert ist. „The World Or Nothing“ kritisiert, wie wir unsere eigenen Körper mittels Alkohol selbst zerstören, da wir hoffen, unsere Sorgen einfach wegtrinken zu können. „Nelson’s County“ ist eine rockige Hymne über Norfolk und seine Menschen. Mit dem ruhigen und melancholoschen „Fifty Four“ endet diese kurzweilige CD.

Deaf Havana schaffen es mit dieser Platte, dem Hörer eine abwechslungsreiche und einfach nur schöne Zeit zu verschaffen. Man kann sich das Album nicht überhören, es ist einfach nur perfekt. Eine absolute Empfehlung an alle, die neben dem Radiogedudel auch anspruchsvollen und starken Rock mögen, der mit Einflüssen aus Pop-Punk, Balladen, Power-Pop, Post-Hardcore und Alternative Rock locker flockig daherkommt und die Jungs einfach nur sympathisch und bodenständig musizieren lässt.

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Dass Großbritannien eine sehr interessante und attraktive Alternative-Rock-Szene hat, ist nicht erst seit gestern bekannt. Deaf Havana gehört in eben jene Szene und beweisen mit „Fools and Worthless Liars“, dass sie mehr als nur eine Eintagsfliege sind. Nach dem großartigen Debüt „Meet Me Halfway, At Least“ folgte also Ende 2011 in England die nächste Platte, die Anfang 2012 dann auch in Deutschland erschien. Ohne Ryan Mellor fallen jedoch die Scream-Parts, die auf dem Debüt noch vorhanden waren, weg. Sowieso sind Deaf Havana eine sehr sympathische und talentierte Band. Mit ihrer Rockmusik erspielten sie sich die Herzen der Menschen im Sturm und gehören mittlerweile zu den besten englischen Rockbands des 21. Jahrhunderts.
Im Juli 2013 spielen sie in Berlin auf dem Flughafen eines ihrer Lieder und man sieht, was für einen Spaß die Jungs haben. Darüberhinaus sind sie St. Pauli-Sympathisanten, was sie gleich noch sympathischer macht.
Aber mal ohne Witz, die Jungs haben riesen Potential und könnten es schaffen, mit ihrer Musik auch international den absoluten Durchbruch zu feiern!