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Die PlayStation 4 steht schon in den Startlöchern, da bringt Sony nochmal ein PS3-Game raus, das äußerst vielversprechend klingt und verdammt nochmal neugierig macht. Da ich selbst keine PlayStation besitze, habe ich bei einem Freund mit ihm dieses Spiel getestet und möchte jetzt hier meinen Eindruck der ersten 6/7 Stunden vermitteln.

Story:

Zu einem guten Game gehört natürlich auch eine gute Story, die in TLOU absolut filmreif und ohne Löcher daherkommt.
Wir befinden uns im Jahr 2033, 20 Jahre zuvor hat ein Pilz Millionen von Menschen getötet und/oder mit einer Infektion zu seinen Wirten gemacht. Die Städte mussten aufgegeben werden und die Überlebenden wurden in Quarantänezonen gesperrt und unter Militäraufsicht gestellt. Das Militär sucht nach Infizierten, um diese dann zu exekutieren. Der Hauptprotagonist Joel, ein Schwarzhändler aus Boston, dessen Lebensgeschichte so bewegt wie bewegend ist, verspricht seiner Freundin in diesem Szenario, dass er die 14-jährige Waise Ellie zu den Fireflies, einer Widerstandsbewegung gegen die brutale Regierung, bringen wird. Was folgt ist eine Odyssee durch die postapokalytischen Vereinigten Staaten mit Begegnungen, Fluchten, Kämpfen und Schocks.
Dieses Grundgerüst der Story wird im Spiel mittels Texten von verschiedenen Personen genauer und wahnsinnig komplex erzählt. Dabei ist die Story so klug durchdacht und perfekt erzählt, dass schon allein sie dem Spieler den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagt und zum Nachdenken zwingt. Jedenfalls können eifrige und kluge Zocker ordentlich über die Story über Verlust, Gewalt, Menschlichkeit und Menschheit philosophieren.
Ja, TLOU ist sehr storylastig, aber das muss so sein, um überhaupt ein Gefühl für die Welt zu bekommen. Sowas hat man selten in Videospielen und es ist einfach genial.
5/5

Atmosphäre:
Wow! Schon die ersten Blicke in diese Welt faszinieren sofort. So düster und rau, hoffnungslos verloren, brutal und dennoch irgendwie schön. Hier wirkt alles böse und die klug ausgefeilten Charaktere geben den letzten Touch. Und ja, man macht sich beim Spielen Gedanken, wo man selbst in dieser Welt stehen würde, was man tun würde, wenn man selbst Joel wäre.
Manchmal läuft man minutenlang durch die Gegend, findet keinen Gegner, sucht alles ab und erwartet hinter jeder Ecke einen oder gleich drei Zombies – oftmals wird man in die Irre geführt, aber wenn man doch einen Gegner erblickt, erschrickt man sich teilweise fast zu Tode. So entstehen Momente, regelrechte Suspensemomente, die man sonst nur in Filmen bekommt.
Auf die Atmosphäre wirken sich auch das ruhige Erzähltempo und die Weiterentwicklung der Charaktere im Verlauf der Geschichte positiv aus, genau wie Dialoge und Erkundungszüge durch verlassene Häuser und Straßen.
Vergleichbar ist die Atmosphäre in TLOU mit den Filmen 28 Days LaterThe Road und der Doku-Reihe Zukunft ohne Menschen.
5/5

Sound:
Auch hier gelingt der große Wurf: die Soundeffekte sind einfach große Klasse. Da die sogenannten Clicker, so werden die Infizierten der dritten Stufe genannt, orten ihre Zielpersonen, also den Spieler, mittels Echoortung, sie achten also auf Geräusche. Man versucht sich im Spiel so leise wie möglich zu bewegen und weiß, dass jedes kleine Geräusch sofort einen Clicker auf sich hetzen könnte.
Ein weiterer Soundpunkt sind die Geräusche der Infizierten, wenn sie in der Nähe sind oder, und das ist noch schlimmer, wenn sie Joel angreifen, um ihn zu töten. Solche grausamen Geräusche lassen selbst den abgehärtetsten Zocker zusammenfahren. Auch Wind und Umgebungsgeräusche, wie knarrende Türen, wurden toll dargestellt und können schon mal einschüchternd wirken.
Die Synchronisation ist sehr gut, auch wenn man in der deutschen Sprachversion versäumt hat, alles genau auf die Sekunde mit den Lippenbewegungen einhergehen zu lassen.
Der letzte Punkt, der soundtechnisch auffällt, ist der Soundtrack,m denn so perfekt wie in TLOU ist kaum ein Vdeospielsoundtrack. Komponiert wurde der durchweg ruhige Score von keinem Geringeren als dem doppelten Oscarpreisträger Gustavo Santaolalla (2006 für Brokeback Mountain, 2007 für Babel). In den Score hat sich kaum eine unheimliche Harmonie eingeschlichen und genau das macht ihn so unheimlich und die Welt wirkt so noch düsterer und verlassener.
5/5

Gameplay:
Die Kämpfe, das fällt auf, sind Standartware und der Umgang mit Waffen lässt erkennen, dass Naughty Dog eben auch Uncharted entwickelt hat, denn der ist im Prinzip genau wie in der Abenteurer-Serie um Nathan Drake.
Einige Neuerungen stellen dann aber das Verwenden mit Baseballschlägern, Eisenstangen und anderen Schlagwaffen, die man gegen seine Gegner einsetzt. Außerdem verrichtet die Gegner-KI einen ordentlichen Job – Clicker stellen immer eine große Gefahr für alle Beteiligten dar. Kleiner Kritikpunkt ist die KI der eigenen Verbündeten/Freunde, die selten bei Versteck-Aktionen einfach ins Blickfeld des Gegners rennen und ihn auf sich locken.
Das Schleichen ist auch sehr ordentlich gelöst, stellt es doch oft den einzigen Weg dar, leise und unbemerkt vorwärts zu komen. Außerdem kann man sich auch an Gegner heranschleichen, um diese dann munitionssparend und leise zu beseitigen. Außerdem verfügt man im Laufe des Spiel über eine weitere leise Waffe: Pfeil und Bogen. Diese beiden sind mir treue Freunde geworden, kann man mit ihnen Gegner doch aus der Ferne geräuschlos töten.
Um die Gegner abzulenken kann man Backsteine oder Glasflaschen werfen, um sie auf den Ort zu locken, an den die Gegenstände geflogen sind, damit man selbst leise davonschleichen kann.
Man hat nur äußerst wenig Munition, und genau das erzeugt brutale Authentizität, die die Atmosphäre nochmal verstärkt. Genau wie undurchdachtes Vorgehen fast immer einen fiesen Tod zur Folge hat. Old-School vom Feinsten!
Außerdem verlieren Gegner einige Dinge wie zum Beispiel Munition, die man aufsammeln kann. Auch in Häusern oder auf Straßen findet man hin und wieder nützliche Gegenstände, aus denen man beispielsweise Waffen oder Medi-Kits basteln oder mit denen man seine Nahkampfwaffe verbessern kann, auch wenn diese Aufwertung nur für einige schläge hält – der Authentizität sei’s geschuldet. Das deutet auch darauf hin, dass TLOU kein Action-Shooter wie Resident Evil 6 ist.
Mit Werkzeugen und verschiedenen Teilen kann man außerdem seine Waffen an einzelnen Werkbänken, die man aber vorher finden muss, verbessern (wie Präzision, Reichweite oder Fassungsvermögen des Magazins).
Außerdem verbessern Pillen, die man finden kann die Lebensenergie.
Im Großen und Ganzen ist auch das Gameplay überzeugend, und einleuchtend, gerade weil es nichts verkompliziert und auch die Old-School-Elemente wissen zu gefallen.
Spielspaß ist also auf jeden Fall gegeben, auch wenn man bei den tragischen und harten Szenen kaum noch vom Wort Spaß sprechen kann, aber genau die machen dieses Spiel aus und machen es so einzigartig – der Ausgleich zwischen Tragik und Spannung, Anspruch und Kämpfen, so muss ein Spiel aussehen und so macht es auch Spaß.
5/5

Grafik:
Das Beste, das man derzeit zu sehen bekommt! Tolle Texturen, tolle Animationen und tolle Darstellungen von Bewegungen machen TLOU zu einer Augenweide, die über alles erhaben zu sein scheint. Die überzeugende Grafik der Uncharted-Reihe wird hier nochmal um Welten überboten und das wirkt sich auch positiv auf die Atmosphäre aus. Top!
5/5

Fazit:
Mit „The Last of Us“ kam vor dem Erscheinen der PlayStation 4 nochmal ein geniales PS3-Spiel heraus, das nichts anderes als das beste Spiel der letzten Jahre ist und wohl einer DER Kultklassiker schlechthin werden wird – und das völlig zurecht.
Eine dichte Atmosphäre, starke Story, überzeugendes Gameplay und eine geniale Grafik machen TLOU zu einem Spektakel, dem man sich nicht entziehen kann und das einige richtig krasse Jumpscares mit sich führt!
Die 18er-Freigebe ist übrigens durchaus berechtigt, da es ordentlich zur Sache geht und auch mal Köpfe zerschmettert, abgetrennt oder Menschen zerfleischt werden, außerdem schocken einige Momente, wie ich es bisher nur beim ersten Mal Slender erlebt habe.

„The Last of Us“ ist bahnbrechend, schockierend und absolut genial – kurz: ein Muss für alle, die Survival-Horror und Endzeit-Abenteuer mögen.

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Hölle im Eis

Veröffentlicht: 11. Juli 2013 in Aktualisierungen, Buch
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Inhalt:

London 1937: Eine Gruppe junger Engländer bricht zu einer Forschungsreise in die Arktis auf. Doch die Expedition steht unter keinem guten Stern: Ein Teilnehmer nach dem anderen fällt aus, der Kapitän weigert sich, sie zu ihrem Bestimmungsort zu bringen. Zu dritt erreichen sie endlich Gruhuken. Die Einheimischen meiden den Ort. Reiner Aberglaube, davon sind Jack und seine Freunde überzeugt. Als einer von ihnen erkrankt und nur Jack zurückbleibt, häufen sich die merkwürdigen Vorfälle. Der arktische Winter naht. Schon bald ist Gruhuken von der Außenwelt abgeschnitten. Doch Jack ist überzeugt, nicht allein auf der Insel zu sein. Vor den Fenstern lauert etwas.

Meinung:

Der Klappentext klingt wirklich vielversprechend und so habe ich mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Schon im Vornherein kann man sagen, dass meine wirklich hohen Erwartungen nochmal getoppt wurden. Warum?, das kläre ich im Folgenden.

Die Geschichte ist aus Jack Millers Perspektive, meist in Form seines Tagebuches, erzählt. Diese subjektive Betrachtung der Dinge ist ein erster Punkt, der mir wirklich sehr gut gefallen hat. Jack ist ein äußerst interessanter Charakter, mit Ecken und Kanten, arm, sehr sympathisch, er versucht mit dieser Expedition einen Start in ein neues Leben. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich glaubhaft weiter, überhaupt spielt das Thema „Entwicklung“ eine sehr große Rolle im Roman.
Zudem erfährt man anfangs viel über die Vorbereitungen der Expedition, die im Tagebuch festgehalten wurden und die Hintergründe der Expedition, sowie die Anreise und die Ankunft in Gruhuken. Erste Andeutungen auf die späteren Ereignisse fallen aber schon in diesem Teil – der Tod des Vaters eines Expeditionsmitgliedes, der Leichnam aus der Themse, der Widerwillen der Schiffsbesatzung, Gruhuken anzulaufen.
Im zweiten Teil, der mit dem Tag mit der ersten Nacht des Winters beginnt, gibt es eine erste Begegnung mit dem Grauen. Schon diese erste Szene ist so verdammt gruslig, obwohl sie doch ganz nüchtern geschildert wird. Der gesamte zweite Teil baut dann eine riesige Spannung auf und spätestens mit der krankheitsbedingten Abreise von Algie und Gus lässt das Buch einen nicht mehr los.
Die Isolation, Dunkelheit, Kälte und Angst schleicht sich in den Leser, oft fröstelt man beim Lesen und achtet auf jedes Geräusch in seiner Umgebung.

Die Beschreibungen sind wahnsinnig bildhaft, der Horror kommt schleichend, ist subtil, steigert sich, die Spannung zerreißt einen förmlich. Was der Geist ist, woher er kommt usw. wird zwar spekuliert, aber nicht über Seiten hinweg erklärt, so bleibt immer das Gefühl der Unwissenheit. Vieles spielt sich im Kopf des Lesers ab. Schon das Wissen um die Anwesenheit des Grauens erzeugt eine dermaßen starke Atmosphäre, dass einem mehr als einmal die Luft weg bleibt. Wieso man sich teilweise über die Geschichte aufgeregt hat, dass sie nur Mittel zum Zweck wäre, erscheint mir schleierhaft. Die Bilder, die Paver durch ihren Schreibstil projiziert, sind einfach grandios. Gruhuken erscheint scheinbar greifbar nah vor dem inneren Auge.

Neben der Horrorgeschichte ist „Dein Ende wird dunkel sein“ auch eine Reise in die Psyche eines Mannes, der allein und in Dunkelheit lebt und als einzigen Strohhalm zum Festklammern seine Routine hat. Die Panik in Jack überträgt sich förmlich auf den Leser. Darüberhinaus ist das Buch ein harter Selbstfindungstrip und eine Geschichte über die Beziehung von Mensch zu Hund und vom Schrecken des Alleineseins.
Ein genialer Roman bis zum erschreckenden Finale!

Das Buch muss man gelesen haben, um sich ein Bild davon zu machen. In einer Rezension ist das praktisch nicht zu beschreiben, wie brillant es ist!

Fazit:

Mit „Dein Ende wird dunkel sein“ gelingt Michelle Paver ein Geniestreich im Genre der Horrorliteratur. Vor den großen Namen der Horrorliteratur wie Stephen King, Susan Hill oder Edgar Allen Poe braucht sie sich nicht zu verstecken. Ich gehe sogar noch weiter: „Dein Ende wird dunkel sein“ ist einer der grusligsten Roman, die ich je gelesen habe und spielt in einer Liga mit den Größten des Horrors. Ein Meisterwerk, dass eine Verfilmung verdient hat.

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Sum 41 sind ein Garant für starke Alben, das sie auf ihrer aktuellsten Platte erneut unter Beweis stellen. „Screaming Bloody Murder“ ist besser als nur stark – man kann sogar so weit gehen und sagen, dass Sum 41 hier ihr bis jetzt bestes Album veröffentlicht haben.
Nachdem die Kritiken, vor allem aber Fan-Kritiken, für „Underclass Hero“ ja etwas enttäuscht waren (ich war das übrigens nicht), da die Jungs „etwas zu sehr in Pop-Punk-Gefilde abdrifteten“, sollten hiermit wieder alle Gemüter beruhigt werden.

Zur Einzelkritik der Lieder:

1. Reason To Believe:
Ein starker Opener, der mit starken Drums und düsterem Gitarrenspiel eingeleitet wird. Der Gesang ist fast hymnenartig. Dazu die Drums – Wahnsinn. Das Ende ist dann sehr ruhig und erinnert fast schon an eine Ballade, das beim ersten Hören sehr ungewohnt sein kann. Insgesamt ein schöner Titel.
4,5/5

2. Screaming Bloody Murder:
Die Nummer fängt ruhig an, bevor man ein tolles Gitarrensolo zu hören bekommt, das den härteren Teil des Liedes einleitet. Teilweise kreischen die Gitarren, dann kommen sie wieder düsterer daher. Überhaupt ist der Titel-Track ein starker Gitarren-Song. Am Ende wird der Hörer wieder ruhig hinausbegleitet.
5/5

3. Scumf*k:
Ein toller, ruhiger Beginn, bevor die Gitarren richtig aufkeimen und explosiv lauter werden. Im härteren Teil erinnert mich der Gesang etwas an My Chemical Romance. „Scumf*k“ macht richtig Laune. Der Schluss ist, wie schon bekannt, wieder sehr ruhig.
5/5

4. Time For You To Go:
Es wurde ja schon geschrieben, dass der Titel anfangs sehr an Green Day erinnert. Das unterschreibe ich auf jeden Fall, wobei das Piano im Refrain auch etwas von Elton John hat. Ich liebe diesen sehr melodischen Song und das „It’s time for you to go“ singt man beim zweiten Refrain sofort mit. „Time For You To Go“ klingt wie frisch aus der Garage, ist ein toller Sommer-Rock-Song und einer meiner Lieblings-Titel auf SBM. Ab ins Auto, Fenster auf, Sonnenbrille auf, Radio aufdrehen und singen!
5/5

5. Jessica Kill:
Hier wird gleich volles Tempo gegangen, mit harten und schnellen Gitarren, treiben Drums und einigen Screams, die einfach nur saugeil sind! Der Refrain ist einfach der Hammer und auch sonst einer meiner Lieblinge auf dem Album. Hier hat man eine Nummer, die aus der Metal-Richtung kommt und einen wunderbar frechen, okay harten, Text hat.
5/5

6. What Am I To Say:
Eine sehr schöne Ballade, die mit Akustikgitarre beginnt und dann vom Punk-Orchester (der Band) gefühlvoll begleitet wird. Der Gesang, die fast schon gestreichelten Instrumente und der Charakter des Liedes überhaupt … Gänsehaut und ein weiter Titel, der sich in mein Herz geschlichen hat.
5/5

Kommen wir jetzt zum genialen dreiteiligen Titel „A Dark Road Out of Hell“. Mit elfeinhalb Minuten hat der schon riesige Ausmaße und ist daher in drei Einzelparts, die alle zusammenhängen, unterteilt.

7. Holy Image Of Lies:
Der Beginn erinnert mich wieder an MCR-Lieder, aber eben mit dem typischen Sum 41-Feeling. Dann wird das Lied nach etwas mehr als einer Minute plötzlich ruhig, nur um dann wieder mit tollen Gitarren richtig zu rocken. Die Gitarren nach dem ruhigen Part sind so ziemlich das Beste, was man in der modernen Rockmusik zu hören bekommen kann.
5/5

8. Sick of Everyone:
Da hat man nach dem fließenden Übergang wieder sehr starke Metal-Einflüsse und stellt sich auf eine harte Nummer ein, dann wird es fast schon witzig, aber auf jeden Fall langsamer und leiser. Aber nur, bis Deryck „ausrastet“ und die Nummer laut und wütend daherkommt. Punkrock wie er sein soll!
5/5

9. Happiness Machine:
Wieder ein fließender Übergang mit aggressivem Anfang, dann scheint fast Resignation um sich zu greifen. Die Übergänge im Lied kommen sehr cool daher, zwischen harten Strophen und ruhigem Refrain gibt es einige kleine und sehr geile stilistisch verschiedene Parts und das Ende ist einfach nur toll.
5/5

Am Ende von „A Dark Road Out of Hell“ bleibt man sprachlos vor dem Radio sitzen und staunt über die musikalische Ausgereiftheit hinter diesem kleinen Gesamtwerk im eigentlichen Gesamtwerk. Geniale Sache!

10. Crash:
Die nächste Ballade. Eine Nummer, die sehr ruhig ist und einen extrem traurigen Text aus der Sicht eines im Sterben Liegenden hat, der sich mit dem emotionalen Gesang zu 100% deckt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ein genialer Gänsehaut-Song. Ganz große Nummer und für mich ein absoluter Über-Titel. Wirklich einer meiner Sum 41-Lieblingstitel, auch wenn ich sonst eher auf die schnellen, rockigen Nummern stehe (okay, „Pieces“ und „With You“ haben mich auch sofort gehabt)! Wenn man sich so richtig scheiße fühlt, diesen Titel mit „What Am I To Say“, „Pieces“ und „With You“ in einer Playlist anstellen und gut ist! Selten eine bessere Rock-Ballade gehört!
6/5 (ich kann nicht anders als hier noch einen Zusatzpunkt draufzupacken)

11. Blood In My Eyes:
Rocken wir nach etwas Traurigkeit wieder, auch wenn uns der Anfang etwas anderes vermuten lässt. Die Gitarren sind wieder ganz stark und etwas düster. Die Sums scheinen es auf SBM zu lieben, an ruhige Anfänge einen echten Kracher zu hängen oder überhaupt viele Tempo- und Lautstärkewechsel einzubeziehen.
5/5

12. Baby You Don’t Wanna Know:
Klingt wieder etwas nach Green Day und macht einfach Laune. Der zweite rotzige Garage-Rock-Titel nach „Time For You To Go“. Wieder hat man den perfekten Sommer-Rock-Song für alle Fahrzeuge von Fahrrad bis LKW. Große Klasse und einfach cool!
5/5

13. Back Where I Belong:
Eine geile hymnenartige Punk-Nummer, die Durchhalte-Parolen birgt und ein klasse Titel für das so langsam, ähm leider schnell, endende Album ist. Mit harten Gitarren und einer ganz kurzen Verschnaufpause in der Mitte des Titels passt er perfekt zum Album. Und das Ende kann man ruhig als genial bezeichnen.
5/5

14. Exit Song:
Das Ende eines starken Albums! Nochmal sehr ruhig und ein gelungener Abschluss! Eben ein Outro, nichts besonders geniales, aber trotzdem irgendwie passend und schön.
4/5

Fazit: Mit „Screaming Bloody Murder“ gehen Sum 41 wieder etwas härtere Wege als auf dem Vorgänger und bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Punk, Metal, Garage-Rock und Pop-Punk oder auch zwischen Green Day, My Chemical Romace, Metallica und Billy Talent.
Abschließend kann man nur sagen, dass am Ende ein Album mit einigen stilistischen Kniffen steht, das einfach geil und für mich das beste Album der Kanadier ist.

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„Fools and Worthless Liars“ der Band Deaf Havana zeichnet sich durch einen schön unspektakulären, bodenständigen Sound aus – man kann dazu schon fast Working-Class-Rock sagen. Zwischen melancholischen Balladen und krachenden Rocksongs ist auf der Platte alles vertreten.

Das Album beginnt mit dem akustischen Opener „The Past Six Years“, der sofort Lust auf mehr macht und eines meiner Lieblingsstücke auf der Platte ist. Das folgende „Youth In Retrospect“ ist ein melancholischer Rückblick auf alte Zeiten, der ordentlich rockt und ins Ohr geht. „I Will Try“ besticht durch einen brillanten Refrain und mit „Little White Lies“ schwenkt man in Pop-Punk-Gefilde ab, was einfach nur grandios ist. Der folgende Titel „Anemophobia“ behandelt das Thema Angst und wurde von Frontmann James Veck-Gilodi während einer für ihn psychisch schweren Zeit geschrieben, die Verzweiflung kann man in seiner Stimme regelrecht hören. „I’m A Bore, Mostly…“ handelt von täglicher Routine, das Lied setzt sich gleich im Kopf fest und ist einfach nur schön, genau wie das nächste Highlight „Hunstanton Pier“ ist ein schöner Titel für Veck-Gilodis und Lee Wilsons Schulort Hunstanton, der auch im Zuhörer eine gewisse Sehnsucht erzeugt. Mit „Filthy Rotten Scoundrel“ folgt ein Punk-Song erster Klasse, in dem der Frontmann von seinen Gefühlen erzählt. Das tolle „Things Change, Friends Leave and Life Doesn’t Stop for Anybody“ ist Ex-Bandmitglied Mellor gewidmet, der mit Veck-Gilodi schon lage befreundet ist und von eben jenem sehr vermisst wird. „Leeches“ erzählt, und das überrascht vom pop-punkigem Sound her schon etwas, von jemandem, der James Veck-Gilodi vor einiger Zeut sehr glücklich gemacht hat, dem aber schreckliches passiert ist. „The World Or Nothing“ kritisiert, wie wir unsere eigenen Körper mittels Alkohol selbst zerstören, da wir hoffen, unsere Sorgen einfach wegtrinken zu können. „Nelson’s County“ ist eine rockige Hymne über Norfolk und seine Menschen. Mit dem ruhigen und melancholoschen „Fifty Four“ endet diese kurzweilige CD.

Deaf Havana schaffen es mit dieser Platte, dem Hörer eine abwechslungsreiche und einfach nur schöne Zeit zu verschaffen. Man kann sich das Album nicht überhören, es ist einfach nur perfekt. Eine absolute Empfehlung an alle, die neben dem Radiogedudel auch anspruchsvollen und starken Rock mögen, der mit Einflüssen aus Pop-Punk, Balladen, Power-Pop, Post-Hardcore und Alternative Rock locker flockig daherkommt und die Jungs einfach nur sympathisch und bodenständig musizieren lässt.

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Dass Großbritannien eine sehr interessante und attraktive Alternative-Rock-Szene hat, ist nicht erst seit gestern bekannt. Deaf Havana gehört in eben jene Szene und beweisen mit „Fools and Worthless Liars“, dass sie mehr als nur eine Eintagsfliege sind. Nach dem großartigen Debüt „Meet Me Halfway, At Least“ folgte also Ende 2011 in England die nächste Platte, die Anfang 2012 dann auch in Deutschland erschien. Ohne Ryan Mellor fallen jedoch die Scream-Parts, die auf dem Debüt noch vorhanden waren, weg. Sowieso sind Deaf Havana eine sehr sympathische und talentierte Band. Mit ihrer Rockmusik erspielten sie sich die Herzen der Menschen im Sturm und gehören mittlerweile zu den besten englischen Rockbands des 21. Jahrhunderts.
Im Juli 2013 spielen sie in Berlin auf dem Flughafen eines ihrer Lieder und man sieht, was für einen Spaß die Jungs haben. Darüberhinaus sind sie St. Pauli-Sympathisanten, was sie gleich noch sympathischer macht.
Aber mal ohne Witz, die Jungs haben riesen Potential und könnten es schaffen, mit ihrer Musik auch international den absoluten Durchbruch zu feiern!

The Intersphere sind leider kein wirklich großer Name im deutschen Musikbusiness, haben sich jedoch schon eine ordentliche Fangemeinde erspielt und rockten schon am Ring und im Park. Dennoch kam der große Durchbruch bis jetzt noch nicht, aber was nicht ist, kann ja immer noch werden.
Der Stil der Band wird von ihnen selbst als Rock, Alternative und Progressive bezeichnet, eine interessante Ausgangslage für das mittlerweile dritte Album der Mannheimer, auf das ich nur durch einen glücklichen Zufall gekommen bin, gedankt sei’s der Ordnung des Plattenladens meines Vertrauens und des interessanten Covers. Ich hab einfach mal zugegriffen und als das Album dann bei mir Zuhause in der Anlage landete, war ich wirklich begeistert. Ein solches Album hätte ich nie erwartet!
Im Folgenden werde ich die Titeln einzeln bewerten bewerten.

1. masquerade:
Wunderschöner, gitarrenlastiger Einstieg und dann hört man zum ersten Mal die starke Stimmer des Christoph Hessler und die Gitarren werden etwas zurückgeschraubt. Insgesamt ein melodischer Rock-Song mit eingängigem Refrain und Hit-Potenzial.
4,5/5

2. we are:
Einer meiner Lieblingstitel auf dem Album, der etwas härter als sein Vorgänger ist und ein toller Gitarren-Rocker ist, den man wunderbar mitsingen kann. Man hat hier schon Pop-Punk- und Post-Hardcore-Einflüsse, hinzu kommt ein starker Text.
5/5

3. sleeping god:
Dieses Gitarrenspiel in den Parts ohne Gesang, das sehr nach Metal klingt, ist einfach phänomenal. Überhaupt rockt auch sleeping god wieder ordentlich, der Refrain kommt mit einer melancholischen Kraft daher, die atemberaubend ist. Die Lyrics sind auch richtig gut und am Ende hat man noch einen geilen Scream dabei. Ein weiteres Highlight!
5/5

4. hold on, liberty!:
Cooler Titel, der klingt, als wäre er gerade frisch aus der Garage gekommen. hold on, liberty! ist ein Titel, der sich zwischen Garage-Rock und Pop bewegt und einfach locker klingt.
5/5

5. OPalinE:
Da haben wir es doch, das erste Midtempo-Stück mit emotionalem Refrain. Der Funken springt auch sofort über und man hat einen echten Ohrwurm, den man immer wieder gerne hört. Besonders schön auch wieder der Einsatz der Gitarren.
5/5

6. capitall:
Progressive Rock gepaart mit Punk-Attitüde und Pop-Einflüssen. Insgesamt ein schöner Song auf dem Album, ein ordentlicher Rocker, der im Vergleich zu den Vorgängern aber etwas abfällt.
4/5

7. open end:
Ruhiger Song, der für mich nach dem Indie-Rock der Südafrikaner The Parlotones klingt, am Ende aber nochmal ordentlich aufträgt und härter wird, wobei immer noch der melancholische Faktor im Vordergrund steht.
4,5/5

8. parallel lines:
Einer meiner Lieblinge auf dem Album. Das ist ein gefundenes Fressen für alle Progressive-Fans. Sehr anspruchsvoll und stark vorgetragen! Dazu noch die fast schon biblische Länge von siebeneinhalb Minuten. Das Ende ist eine musikalische Offenbarung, die sich über drei Minuten erstreckt. Das kann man auch sehr mutig nennen, da das Ende im Kontrast zum sonst so rockigen Song viel ruhiger ist. Am Ende steht fast eine Rockoper und das Gefühl, dass hier etwas ganz besonderes entstanden ist!
5/5

9. over:
Ein ruhiger Beginn mündet langsam aber sicher in einen melancholischen Rocker mit sehr gefühlvollem Gesang und gutem Text. Der ganze Titel erinnert mich etwas an Stanfour, sowohl vom Gesang als auch von der Musik her. over hat sich sofort in mein Herz gespielt.
5/5

10. aurora:
Mal wieder wunderschöner In-die-Fresse-Rock (die Bridge mal rausgenommen), schön straight gespielt und trotzdem hat man wieder das leicht melancholische Gefühl beim Hören des Titels. Auch hier driftet man etwas in die Pop-Punk-Richtung ab und das ist verdammt cool.
5/5

11. destination:
Und das ist schon das letzte Lied auf dem Album und trotzdem ist schon eine dreiviertel Stunde vorbeigegangen. Man hat hier einen sehr ruhigen Anfang und hymnenartigen, aber leisen, Gesang. Dann setzten die Instrumente ab der Hälfte etwas lauter ein, aber der Gesang bleibt wie er schon am Anfang war. Der Text ist wieder sehr gut und einen emotionaleren, melancholischeren Abschied kann man nicht bekommen, auch wenn ich mir irgendwie nochmal einen Kick am Ende gewünscht hätte.
4/5

Meinung:
Mit Hold on,Liberty! präsentieren The Intersphere ein (fast) perfektes Rock-Album mit durchgängig sehr guten Titeln und dem gewissen Etwas, das mittlerweile so vielen Musikern nichts mehr zu bedeuten scheint. Außerdem haben die Jungs starke Texte, die nicht einfach so „hingerotzt“ sind. Als einzige Konsequenz MUSS man hier fünf von fünf Punkten vergeben und man kann sich noch auf einiges der Band freuen.

Vom Stil her bewegt sich Hold on,Liberty! zwischen Progressive Rock, Punk, Pop-Punk, Indie-Rock und Emo.

Für Fans von gepflegter, moderner Rockmusik, wie sie zur Zeit so von keiner anderen Band gespielt wird ist Hold on,Liberty! genau das Richtige. Rockmusik wie sie sein sollte!

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Meine erste ausführliche Filmkritik! Enjoy!!!

OT: The Woman in Black
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 16 (DVD)
Produktionsland: Großbritannien, Kanada, Schweden
Regie: James Watkins
Musik: Marco Beltrami
Darsteller: Daniel Radcliffe, Ciarán Hinds, Janet McTeer, Liz White
Genre: Horror, Thriller, Drama

Trailer: siehe Youtube

Story: Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Nach dem Kindsbett-Tod seiner Frau steht Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) vor den Trümmern seines Lebens. Um seinen Job in einer Anwaltskanzlei nicht zu verlieren, soll er im Provinzkaff Crythin Gifford den Nachlass der verstorbenen Witwe Alice Drablow regeln. Doch schon kurz nach seiner Ankunft häufen sich merkwürdige Ereignisse: Nicht nur, dass ihn die Dörfler zum sofortigen Verlassen des Dorfes auffordern, auch die Kinder vor Ort scheinen unter dem Einfluss einer unbekannten und tödlichen Macht zu stehen. Immer tiefer gerät Kipps in die dunklen Geheimnisse des Ortes und er beginnt zu ahnen, dass er grauenvollen Ereignissen aus der Vergangenheit auf der Spur ist.

Kritik: Der Film basiert auf der 1983 erschienenen Novelle The Woman in Black der britischen Autorin Susan Hill. Das Werk ist bereits 1989 für das Fernsehen verfilmt worden, außerdem gab es Theater- und Hörspieladaptionen. Regisseur James Watkins sammelte schon mit dem 2008 angelaufenen Horror-Drama Eden Lake, seinem ersten FilmErfahrungen im Horror-Genre. Sein Erstlingswerk galt als positive Überraschung, laut Rotten Tomatoes gaben ihm 83% der Kritiker eine positive Wertung, in Deutschland wurde die Uncut-Version zu Eden Lake indiziert, die gekürzte Version erhielt von der FSK keine Jugendfreigabe. Jane Goldman schrieb das Drehbuch zu Die Frau in Schwarz, die Britin wirkte unter Anderem bei Kick-Ass und Eine offene Rechnung als Ko-Autorin mit. Der Film wurde von den legendären Hammer-Studios produziert, die für Genre-Klassiker wie Dracula mit Christopher Lee und Frankensteins Fluch mit Peter Cushing verantwortlich waren, dann aber insolvent gingen und 2007 vom niederländischen Filmproduzenten  John de Mol wiederbelebt wurden und sofort am genialen Vampir-Drama-Remake Let Me In mitwirkten. Mit Die Frau in Schwarz kehren die Hammer-Studios zu ihren Erfolgswurzeln zurück – dem Gothic-Horror.
Als Hauptdarsteller wurde kein geringerer als Daniel „Harry Potter“ Radcliffe verpflichtet, dem Ciarán Hinds als zweiter hochkarätiger Schauspieler zur Seite steht. Doch kann Radcliffe sein „Potter“-Image so einfach ablegen und in einem so ernsthaften Film überzeugen? Er kann – und wie er kann. Emotional, tiefgründig und spannend kommt der neue Gruselfilm daher, der nicht nur bloße Horrorszenarien aneinanderreiht, sondern eine dramatische und hochspannende Geschichte erzählt. Radcliffe brilliert regelrecht in seiner Rolle als trauernder alleinerziehender Vater, der versucht sowohl seinem Beruf als auch seinem Sohn gerecht zu werden. Dazu trägt wohl auch der Darsteller des kleinen Joseph Kipps bei, Misha Handley ist Radcliffes Patensohn und so ist die Vater-Sohn-Beziehung perfekt gelungen und wirkt nicht gekünstelt. Radcliffe verschmilzt völlig mit der Figur des Arthur Kipps. So groß der Schrecken auch sein mag, den er erlebt, er kann nicht davonlaufen. Irgendwie will er auch an das Gesehene glauben, in der Hoffnung, dass seine verstorbene Frau in einer anderen Welt auf ihn wartet. Ciarán Hinds überzeugt als durch und durch weltlicher Samuel Daily, der nicht an Geister glaubt oder besser gesagt nicht glauben will, und auch von der Vergangenheit gezeichnet ist. Außerdem jagt Liz White dem Zuschauer als Frau in Schwarz ordentliche Schrecken ein. Janet McTeer stellt die Frau von Samuel Daily wahnsinnig gut dar, die immer wieder gedanklich von ihrem verstorbenen Sohn besetzt wird und Botschaften aus dem Jenseits überbringt.
Anstatt auf Blutfontänen setzt Watkins hier auf Atmosphäre – und das gelingt ihm denkbar gut. Das England seines Films ist regnerisch, düster und nebelverhangen, die Gemäuer sind modrig und voller gotischer Accessoires. Die Atmosphäre steigert sich mit Fortlaufen des Filmes ins Unfassbare, man zieht die Knie fast schon automatisch heran und schaut zur Tür und zum Fenster, ob da nicht irgendwo etwas zu erkennen ist. So lässt einem schon das Knarren einer Diele und das Flackern einer Kerze im Film das Blut in den Adern gefrieren. Es gibt Puppen, Spieluhren, endlos lange Korridore, untote Kinder, Spiegel (übrigens genial genutzt) und einen furchteinflößenden Geist. Und dennoch gelingt es fast nie, den nächsten Schockeffekt vorauszusehen oder auch nur zu ahnen.
Der Streifen ist genial gefilmt und beleuchtet. Auch wenn der Film vor Grusel-Klischees nur so strotzt, er ist trotzdem einfach überzeugend. Selbst Hitchcock-mäßige Suspense-Momente lässt Watkins in seinen Film einfließen. Hier wird die alte Horror-Schule zelebriert, mit Kamerafahrten über das triste und neblige Marschland anstatt verwackelten Handkameras, mit knarzenden Dielen und dunklen Korridoren, surrealen Selbstmorden und immer wieder mit einem schwarz gekleideten Geist. Wie Watkins die Spannung aufbaut, das ist so gruselig wie erstklassig. Watkins weiß, wie man seine Zuschauer schockt. Dazu überzeugen die düstere Musik von Marco Beltrami und die tollen Soundeffekte. Das Ende ist so genial wie unkonventionell. Und ein zweiter Teil ist nach dem riesigen Erfolg (Budget: 15 Millionen US-$, Einspielergebnis: 127,7 Millionen US-$) schon in Planung.
Fazit: Meiner Meinung nach ein toller, altmodischer Grusel-Film, der ohne Blutexzesse und abgehackten Gliedmaßen, sondern durch eine wahnsinnig dichte und gruslige Atmosphäre besticht. Ein Film, bei dem einem der kalte Schweiß über den Rücken läuft und man sich immer wieder in seinen eigenen vier Wänden umschauen muss, ob sich in irgendeinem Schatten nicht doch irgendetwas bewegt hat. Watkins gelingt ein toller Film, der aufgrund seines „hohen ästhetischen Wertes“ von der Deutschen Film- und Medienbewertung völlig zurecht das „Prädikat wertvoll“ verliehen bekommen hat.
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